Der frühere Oberbürgermeister ist unverändert kritischer Begleiter der Braunschweiger Kommunalpolitik
Selbst zwölf Jahre nach dem Ende seiner Amtszeit im Jahr 2014 werden die Verdienste des früheren Braunschweiger Oberbürgermeisters Dr. Gert Hoffmann (CDU) von vielen Bürgerinnen und Bürgern immer wieder in den höchsten Tönen gelobt. Mit seiner Durchsetzungsstärke und seinen Visionen für die Entwicklung der Stadt erwarb er sich großen Respekt. Sein Ziel war es, Braunschweig aus dem Mittelmaß der deutschen Großstädte zu führen. Das ist ihm während seiner Amtszeit, die im Jahr 2001 begann, gelungen. Als Ausdruck größter Zufriedenheit mit seiner Politik wurde Hoffmann bei der Kommunalwahl 2006 bereits im ersten Wahlgang mit 58 Prozent wiedergewählt. Am Sonntag, 1. März, feiert der gebürtige Berliner nun im Kreis seiner Familie seinen 80. Geburtstag. Am Mittwoch, 4. März, ehrt ihn die Stadt mit einem kleinen Empfang.
Konsolidierung der städtischen Finanzen
Kurz nach seinem Ausscheiden aus dem Amt hatte ihn der damalige Ministerpräsident Niedersachsens, Stephan Weil (SPD), mit der Landesmedaille die höchste Auszeichnung, die das Land zu vergeben hat, geehrt. In seiner Laudatio fasste Weil die Leistung Hoffmanns auf den Punkt zusammen. Er nannte ausdrücklich die Konsolidierung der städtischen Finanzen, die erfolgreiche Bewerbung Braunschweigs zur Stadt der Wissenschaft 2007, den Ausbau des Forschungsflughafens, die Stärkung der Metropolregion sowie die ehrenamtliche Tätigkeit als Präsident der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz. Als augenfälligstes Merkmal der Ära Hoffmann bezeichnete Weil das wieder aufgebaute Residenzschloss im Herzen Braunschweigs.

Der letzte Braunschweiger vor Hoffmann, dem die Ehre zuteilwurde, war Otto Bennemann (SPD), früherer Oberbürgermeister und Niedersächsischer Innenminister, im Jahre 1968. Das mag belegen, wie groß die Achtung ist, die sich Hoffmann erworben hat. Unausgesprochen blieb damals die größte Kontroverse mit dem Land, die in der Gründung der Braunschweigischen Sparkasse gipfelte. Dieser Streit demonstrierte symbolhaft, wie entschieden Hoffmann für eine Sache kämpfte, von der er überzeugt war.
Ein prosperierender Standort
Knappe dreizehn Jahre lang, von November 2001 bis Juli 2014, war Hoffmann Oberbürgermeister Braunschweigs. Er prägte die Stadt in seiner Amtszeit nachhaltig. Er veränderte das Image Braunschweigs von dem einer „grauen Maus“ hin zu einem prosperierenden und weit über die Landesgrenzen hinaus respektierten Standort.
In Städterankings belegte Braunschweig während seiner Amtszeit nationale und internationale Spitzenplätze. Beim European Regional Innovation Scoreboard 2006 kam die Stadt wie auch Stuttgart und Karlsruhe in die Top Ten. Eine Studie der Nord/LB bescheinigte Braunschweig 2007 die stärkste Zugkraft als Einzelhandelsstandort in Niedersachsen. Beim Städteranking der WirtschaftsWoche 2008 belegte die Stadt insgesamt den zehnten Platz in Deutschland, beim Dynamikranking sogar Platz sechs.

Der berufliche Weg hatte Hoffmann nach dem Jura-Studium in Göttingen 1976 nach Hemmoor bei Cuxhaven geführt. Dort wurde er Samtgemeinde- und Gemeindedirektor. 1981 wechselte er als Stadtdirektor nach Gifhorn, wo er bis heute mit seiner Ehefrau Doris lebt. Nach der Wende wirkte er von 1991 bis 1994 als erster Regierungspräsident im Regierungsbezirk Dessau. Danach arbeitete Hoffmann als Anwalt, ehe er 2001 zum Braunschweiger Oberbürgermeister gewählt wurde.
Die Sportvereine im Blick
Von 2004 bis 2017 war Hoffmann Präsident der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, der er wichtige Impulse gab und zu deutlich mehr öffentlicher Wahrnehmung verhalf. Zuletzt war er Vorstandsmitglied der Richard Borek Stiftung. Außerdem ist er Ehrenvorsitzender der Gesellschaft der Freunde des Dessau-Wörlitzer Gartenreiches. Bis heute ist er kritischer Beobachter des politischen Geschehens in Braunschweig und insbesondere am Wohl und Wehe von Eintracht Braunschweig und den Basketball Löwen interessiert.



