Dr. Gert Hoffmann feiert seinen 80. Geburtstag

Dr. Gert Hoffmann (links) erhielt 2014 die Landesmedaille aus den Händen von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil. Foto: Nigel Treblin
Dr. Gert Hoffmann (links) erhielt 2014 die Landesmedaille aus den Händen von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil. Foto: Nigel Treblin

Der frühere Oberbür­ger­meister ist unver­än­dert kriti­scher Begleiter der Braun­schweiger Kommu­nal­po­litik

Selbst zwölf Jahre nach dem Ende seiner Amtszeit im Jahr 2014 werden die Verdienste des früheren Braun­schweiger Oberbür­ger­meis­ters Dr. Gert Hoffmann (CDU) von vielen Bürge­rinnen und Bürgern immer wieder in den höchsten Tönen gelobt. Mit seiner Durch­set­zungs­stärke und seinen Visionen für die Entwick­lung der Stadt erwarb er sich großen Respekt. Sein Ziel war es, Braun­schweig aus dem Mittelmaß der deutschen Großstädte zu führen. Das ist ihm während seiner Amtszeit, die im Jahr 2001 begann, gelungen. Als Ausdruck größter Zufrie­den­heit mit seiner Politik wurde Hoffmann bei der Kommu­nal­wahl 2006 bereits im ersten Wahlgang mit 58 Prozent wieder­ge­wählt. Am Sonntag, 1. März, feiert der gebürtige Berliner nun im Kreis seiner Familie seinen 80. Geburtstag. Am Mittwoch, 4. März, ehrt ihn die Stadt mit einem kleinen Empfang.

Konso­li­die­rung der städti­schen Finanzen

Kurz nach seinem Ausscheiden aus dem Amt hatte ihn der damalige Minis­ter­prä­si­dent Nieder­sach­sens, Stephan Weil (SPD), mit der Landes­me­daille die höchste Auszeich­nung, die das Land zu vergeben hat, geehrt.  In seiner Laudatio fasste Weil die Leistung Hoffmanns auf den Punkt zusammen. Er nannte ausdrück­lich die Konso­li­die­rung der städti­schen Finanzen, die erfolg­reiche Bewerbung Braun­schweigs zur Stadt der Wissen­schaft 2007, den Ausbau des Forschungs­flug­ha­fens, die Stärkung der Metro­pol­re­gion sowie die ehren­amt­liche Tätigkeit als Präsident der Stiftung Braun­schwei­gi­scher Kultur­be­sitz. Als augen­fäl­ligstes Merkmal der Ära Hoffmann bezeich­nete Weil das wieder aufge­baute Residenz­schloss im Herzen Braun­schweigs.

Dr. Gert Hoffmann war von 2004 bis 2017 Präsident der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz. Foto: SBK
Dr. Gert Hoffmann war von 2004 bis 2017 Präsident der Stiftung Braun­schwei­gi­scher Kultur­be­sitz. Foto: SBK

Der letzte Braun­schweiger vor Hoffmann, dem die Ehre zuteil­wurde, war Otto Bennemann (SPD), früherer Oberbür­ger­meister und Nieder­säch­si­scher Innen­mi­nister, im Jahre 1968. Das mag belegen, wie groß die Achtung ist, die sich Hoffmann erworben hat. Unaus­ge­spro­chen blieb damals die größte Kontro­verse mit dem Land, die in der Gründung der Braun­schwei­gi­schen Sparkasse gipfelte. Dieser Streit demons­trierte symbol­haft, wie entschieden Hoffmann für eine Sache kämpfte, von der er überzeugt war.

Ein prospe­rie­render Standort

Knappe dreizehn Jahre lang, von November 2001 bis Juli 2014, war Hoffmann Oberbür­ger­meister Braun­schweigs. Er prägte die Stadt in seiner Amtszeit nachhaltig. Er verän­derte das Image Braun­schweigs von dem einer „grauen Maus“ hin zu einem prospe­rie­renden und weit über die Landes­grenzen hinaus respek­tierten Standort.

In Städte­ran­kings belegte Braun­schweig während seiner Amtszeit nationale und inter­na­tio­nale Spitzen­plätze. Beim European Regional Innova­tion Score­board 2006 kam die Stadt wie auch Stuttgart und Karlsruhe in die Top Ten. Eine Studie der Nord/LB beschei­nigte Braun­schweig 2007 die stärkste Zugkraft als Einzel­han­dels­standort in Nieder­sachsen. Beim Städte­ran­king der Wirtschafts­Woche 2008 belegte die Stadt insgesamt den zehnten Platz in Deutsch­land, beim Dynamikran­king sogar Platz sechs.

Dr. Gert Hoffmann trug sich 2021 ins Goldene Buch der Stadt ein. Mit dabei waren Ehefrau Doris und Nachfolger Ulrich Markurth. Foto: Stadt Braunschweig/Daniela Nielsen
Dr. Gert Hoffmann trug sich 2021 ins Goldene Buch der Stadt ein. Mit dabei waren Ehefrau Doris und Nachfolger Ulrich Markurth. Foto: Stadt Braunschweig/Daniela Nielsen

Der beruf­liche Weg hatte Hoffmann nach dem Jura-Studium in Göttingen 1976 nach Hemmoor bei Cuxhaven geführt. Dort wurde er Samtge­meinde- und Gemein­de­di­rektor. 1981 wechselte er als Stadt­di­rektor nach Gifhorn, wo er bis heute mit seiner Ehefrau Doris lebt. Nach der Wende wirkte er von 1991 bis 1994 als erster Regie­rungs­prä­si­dent im Regie­rungs­be­zirk Dessau. Danach arbeitete Hoffmann als Anwalt, ehe er 2001 zum Braun­schweiger Oberbür­ger­meister gewählt wurde.

Die Sport­ver­eine im Blick

Von 2004 bis 2017 war Hoffmann Präsident der Stiftung Braun­schwei­gi­scher Kultur­be­sitz, der er wichtige Impulse gab und zu deutlich mehr öffent­li­cher Wahrneh­mung verhalf. Zuletzt war er Vorstands­mit­glied der Richard Borek Stiftung. Außerdem ist er Ehren­vor­sit­zender der Gesell­schaft der Freunde des Dessau-Wörlitzer Garten­rei­ches. Bis heute ist er kriti­scher Beobachter des politi­schen Gesche­hens in Braun­schweig und insbe­son­dere am Wohl und Wehe von Eintracht Braun­schweig und den Basket­ball Löwen inter­es­siert.

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