Sammlung Geyso20 wird zur Stiftung

Besiegelten die Gründung der Stiftung und der Treuhandvereinbarung für Geyso20: Nina Roskamp (Leitung Geyso20), Dr. Hans-Joachim Beinroth (Vorstandsvorsitzender Verein Lebenshilfe Braunschweig), Gerhard Glogowski (Vorstandsvorsitzender der Braunschweigischen Stiftung), Annemarie Karras, Vorstandsmitglied Verein Lebenshilfe Braunschweig), Tina Schirmer (stellvertretende Leisterin der Geschäftsstelle der Braunschweigischen Stiftung) und Axel Richter (Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Braunschweigischen Stiftung). Foto: meyermedia
Besiegelten die Gründung der Stiftung und der Treuhandvereinbarung für Geyso20: Nina Roskamp (Leitung Geyso20), Dr. Hans-Joachim Beinroth (Vorstandsvorsitzender Verein Lebenshilfe Braunschweig), Gerhard Glogowski (Vorstandsvorsitzender der Braunschweigischen Stiftung), Annemarie Karras, Vorstandsmitglied Verein Lebenshilfe Braunschweig), Tina Schirmer (stellvertretende Leisterin der Geschäftsstelle der Braunschweigischen Stiftung) und Axel Richter (Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Braunschweigischen Stiftung). Foto: meyermedia

Projekt der Lebens­hilfe Braun­schweig zur Profes­sio­na­li­sie­rung des Umgangs mit Outsider-Kunst besitzt bundes­weit Modell­cha­rakter.

Für die Sammlung von Outsider-Kunst des Ateliers Geyso20 hat der Verein Lebens­hilfe Braun­schweig eine Stiftung gegründet. Ziel ist es, die Werke von Künst­le­rinnen und Künstlern verläss­lich, konzep­tio­nell und rechtlich dauerhaft zu sichern. Die neue Stiftung wird von der Braun­schwei­gi­schen Stiftung als Treuhand­stif­tung verwaltet. Die entspre­chenden Verträge wurden jetzt geschlossen. Die Sammlung wird neben dem Atelier und der inter­na­tional renom­mierten Galerie für Outsider-Kunst die dritte Säule von Geyso20.

„Jede Treuhand­stif­tung ist einmalig. Diese hier ist jedoch etwas ganz Beson­deres, weil sie mit ihrer Outsider-Kunst die bedeu­tende Bildkom­pe­tenz in Braun­schweig mit den Museen und Werken alter Meister, mit der Vergan­gen­heit  der Fotoap­pa­rate-Herstel­lern  Voigt­länder und Rollei und mit den bildge­benden Verfahren von Physi­ka­lisch-Techni­scher Bundes­an­stalt oder Techni­scher Univer­sität abrundet“, meint Axel Richter, Geschäfts­füh­rendes Vorstands­mit­glied der Braun­schwei­gi­schen Stiftung.

Bei der Profes­sio­na­li­sie­rung des Umgangs mit Outsider-Kunst besitzt der Aufbau einer derar­tigen Sammlung bundes­weit Modell­cha­rakter. Der Stiftungs­grün­dung ist  dabei das Ergebnis des Projekts „Sammlung Geyso20“. Gegen­wärtig besteht die Sammlung aus rund 500 Werken von 25 ehema­ligen und auch noch aktiven Künst­le­rinnen und Künstlern, die seit 1992 geschaffen wurden. Entspre­chend dem Sammlungs­ge­danken und der Konzep­tion ist die Aufnahme weiterer Werke möglich und angestrebt  Die Sammlung soll auch externen Outsider-Künstlern offen­stehen.

Im Atelier Geyso20 finden Menschen mit Behin­de­rung den Freiraum, künst­le­risch zu arbeiten, eine eigene Bild- und Formen­sprache zu entwi­ckeln. Neben dem freien künst­le­ri­schen Arbeiten sind Workshops zu ausge­wählten Themen und künst­le­ri­schen Techniken ein wichtiger Teil der Atelier­ar­beit. Aktuell arbeiten 33 Künst­le­rinnen und Künstler im Atelier.

Die Sammlung soll nicht nur die Outsider-Kunst bewahren, sondern vor allem auch das Selbst­ver­ständnis der Künst­le­rinnen und Künstler stärken. Es geht darüber hinaus auch um die Erfor­schung von Outsider-Kunst, um wichtige Öffent­lich­keits­ar­beit für  Outsider-Kunst und nicht zuletzt um eine Nachhal­tige Stärkung der Arbeit von Geyso20.

Die Braun­schwei­gi­sche Stiftung will als Treuhän­derin gesell­schaft­liche Verant­wor­tung übernehmen. „Wir haben das Atelier von Anfang an und über die ganzen Jahre begleitet und es ermög­licht, dass Menschen, unabhängig von ihrer Verfas­sung, in die Lage versetzt werden, sich künst­le­risch zu betätigen und auszu­drü­cken. Das ist uns sehr wichtig. Durch die neue Koope­ra­tion können wir das auch dauerhaft und in Zukunft tun“, sagt Gerhard Glogowski, Vorstands­vor­sit­zender der Braun­schwei­gi­schen Stiftung.

Nina Roskamp, Leiterin von Geyso20, erhofft sich durch den Aufbau der Sammlung und die Stiftungs­grün­dung deutlich mehr Möglich­keiten, Outsider-Kunst auch einem breiteren Publikum präsen­tieren zu können. Die ehemalige Fabrik­halle an der Hamburger Straße 267, die von 2018 an als „halle 267 – städti­sche galerie braun­schweig“ firmieren und perma­nenter Ausstel­lungsort für Kunst  werden soll, wäre so ein inter­es­santer, weil öffent­lich­keits­wirk­samer Ausstel­lungsort für Outsider-Kunst. „Wir können uns sehr gut Ausstel­lungen und den Dialog mit anderen Künstlern vorstellen. Wir waren bereits mit zwei Künstlern in der Artcore-Ausstel­lung zu Beginn des Jahres vertreten“, erklärt sie. Immerhin ein Anfang, nach oben ist aber  noch viel Lift für Outsider-Kunst…

Service:

Öffnungs­zeiten Galerie: Montag bis Freitag 13 – 17 Uhr und nach Verein­ba­rung (während der Ausstel­lungen)

Öffnungs­zeiten Atelier: Montag bis Freitag 8 – 16 Uhr

Anschrift: Geyso20, Geyso­straße 19/20, 38106 Braun­schweig

Telefon: 05 31–47 19 196

Mail: kunst@geyso20.de

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