Voller Klang der Furtwängler-Orgel

Die Orgel im Kaiserdom zu Königslutter. Foto: Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz/Andreas Greiner-Napp
Die Orgel im Kaiserdom zu Königslutter. Foto: Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz/Andreas Greiner-Napp

Konzert­reihe im Kaiserdom in Königs­lutter zum Thema der vier Elemente: Erde, Wasser, Luft und Feuer.

Die Orgel auf der Empore des Kaiser­doms in Königs­lutter  ist ein ganz beson­deres Instru­ment und gleich­zeitig ein sehr wertvolles Klang­denkmal. Sie nach ihrer aufwän­digen Restau­rie­rung immer wieder erstklassig zum Klingen zu bringen, war eines der erklärten Ziele der Stiftung Braun­schwei­gi­scher Kultur­be­sitz für die Inves­ti­tion. Und es wird mit der Orgel­reihe vom 10. bis 17. April erneut hochka­rätig  in die Tat umgesetzt. Domkantor Andreas Schultz hat dafür drei Konzerte mit regio­nalen Musikern organi­siert. Es werden Olaf Engel aus Werni­ge­rode (10. April, 17 Uhr),  Hans-Dieter Meyer-Moortgat aus Peine (13. April, 19 Uhr) und Markus Mander­scheidt aus Wolfsburg (17 Uhr) konzer­tieren. Der Eintritt zu den Veran­stal­tungen ist jeweils frei.

Die Orgel wurde 1892 von Furtwängler & Hammer gebaut. Vor sechs Jahren wurde sie von der Freiburger Firma Freiburger Orgelbau Späth restau­riert. Seither ist sie mit ihrem sinfo­ni­schen Klang und ihrem imposanten Volumen wieder ein viel beach­tetes und hoch gelobtes Instru­ment für Kirchen­musik. Geplant war die Orgel einst mit 32 Registern und knapp 2.500 Pfeifen. Wohl aus Kosten­gründen wurde die Orgel zunächst mit etlichen Leerplätzen für später einzu­bau­ende Stimmen herge­stellt. Bei der aufwän­digen Restau­rie­rung wurden die nicht dispo­nierten Stimm­plätze ergänzt und das Instru­ment technisch und klanglich weitest­ge­hend dem einstigen Origi­nal­zu­stand angegli­chen.

Die anste­hende Orgel­reihe steht unter dem Thema der vier Elemente. Erde, Wasser, Luft und Feuer sind die wichtigsten Bestand­teile der Schöpfung Gottes, ohne die unser Leben nicht möglich wäre. Viele Kompo­nisten haben sich mit dem Thema ausein­an­der­ge­setzt und Musik in vielfäl­tigster Weise geschrieben. Es wird ein heraus­ra­gendes Klang­er­lebnis erwartet.

Olaf Engel wird dabei Werke von Johann Sebastian Bach, Ludwig van Beethoven, Jean Sibelius und  Charles-Marie Widor inter­pre­tieren. Der Werni­ge­roder ist A‑Kirchenmusiker und seit 2014 dort Kantor sowie Kreis­kantor für den Kirchen­kreis Halber­stadt. Er ist mit der Kirchen­mu­si­kerin Anne Engel verhei­ratet, die beiden teilen sich die Stelle in Werni­ge­rode und wirken dort auch an den histo­ri­schen roman­ti­schen Orgeln von Friedrich Ladegast (St. Johannis) und Wilhelm Sauer (Liebfrau­en­kirche). Von 2008 bis 2014 war Olaf Engel Kantor an der Leipziger Tabor­kirche und Kirchen­mu­sik­di­rektor für den Kirchen­be­zirk Leipzig. Er studierte evange­li­sche Kirchen­musik an der Hochschule für Musik und Theater “Felix Mendels­sohn Bartholdy” Leipzig.

Das Programm von Hans-Dieter Meyer-Moortgat steht noch nicht fest. Meyer-Moorgat studierte an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover. Er  absol­vierte dort 1975 das Diplom als Klavier-Pädagoge und 1979 das Konzert­ex­amen in der Meister­klasse von Prof. Kämmer­ling. Seit 1973 ist Meyer-Moortgat Organist an der St.-Magni-Kirche in Braun­schweig. Von 1979 bis 2003 war er an der Städti­schen Musik­schule Braun­schweig Fachleiter der Klavier­klassen und Haupt­fach­lehrer für studi­en­vor­be­rei­tende Ausbil­dung für Klavier und Orgel. Seit 2003 ist Hans-Dieter Meyer-Moortgat freibe­ruf­lich als Klavier- und Orgel­lehrer sowie als Konzert­pia­nist und Konzert­or­ga­nist tätig. Er betreibt eine private Klavier- und Orgel­schule in Peine mit eigenem Kammer­mu­sik­saal.

Den Abschluss der Reihe bildet das Konzert von Markus Mander­scheidt. Der Wolfs­burger wird unter anderem Werke von Josef Gabriel Rhein­berger, Max Reger und Oliver Messiaen zu Gehör bringen. Mander­scheidt studierte Kirchen­musik, Orgel und Cembalo in Trossingen, Amsterdam und Bremen. Nach Stationen als Kirchen­mu­siker in Villingen/Schwarzwald, Schwä­bisch Hall, Leeste bei Bremen und Mannheim ist er seit 2005 als Kirchen­kreis­kantor in Wolfsburg. Im Oktober 2010 hat der Preis­träger mehrerer natio­naler und inter­na­tio­naler Wettbe­werbe das Konzert­ex­amen im Fach Orgel an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg mit Auszeich­nung abgeschlossen.

Mehr Infor­ma­tionen: www.koenigslutter-kaiserdom.de

Das könnte Sie auch interessieren

  • 3435 Gesichter voller Freude, Wut und Schmerz

    3435 Gesichter voller Freude, Wut und Schmerz

    Die Ausstellung manyFACES zeigt das Ergebnis von Christoph Boreks Langzeitprojekt zu menschlichen Regungen. Weiterlesen

  • Eine Stadt voller Ruinen

    Eine Stadt voller Ruinen

    75 Jahre Kriegsende, Folge 1: Die Nationalsozialisten hinterließen unermessliche Verluste, Zerstörungen, menschliches Elend und einen moralischen Trümmerhaufen. Weiterlesen

  • Die Schub­laden voller Münzen

    Die Schub­laden voller Münzen

    Der 1364 Seiten starke Katalog „Mittel­al­ter­liche Münzen“ des Herzog Anton Ulrich Museums zählt fast 10.000 Zahlungs­mittel. Um 9955 mittel­al­ter­liche Münzen zu katalo­gi­sieren, benötigt man eine Engels­ge­duld. Viel wichtiger jedoch: Spezi­al­wissen in Numis­matik. Ansonsten sollte man lieber die Finger von derar­tiger Herku­les­ar­beit lassen. Prof. Dr. Wolfgang Leschhorn, der Leiter des Münzka­bi­netts des Herzog Anton Ulrich-Museums (HAUM)… Weiterlesen