Typisch braun­schwei­gisch

Eintracht-Präsident Sebastian Ebel
Eintracht-Präsident Sebastian Ebel. Foto: Peter Sierigk

Selbst­be­wusst, heimat­ver­bunden und blau-gelb.

Was ist typisch braun­schwei­gisch? Ich müsste es als gebür­tiger Braun­schweiger eigent­lich auf Anhieb wissen. Mit der Frage konfron­tiert, kommt man aber ins Grübeln, wie sonst eigent­lich nur unser Trainer Torsten Lieber­knecht wenn es um die Taktik geht. Klares A oder Spargel will man ja nicht sagen, das weiß schließ­lich jeder.

Also, obwohl Braun­schweig rund 250.000 Einwohner hat, ist es für mich ein Dorf, eine einge­schwo­rene Gemein­schaft, manchmal eben auch das viel zitierte gallische Dorf. Zumindest wenn es darum geht, sich gegenüber der nieder­säch­si­schen Politik und insbe­son­dere gegenüber Hannover durch­zu­setzen. Typisch braun­schwei­gisch ist also ein gesundes Selbst­be­wusst­sein.

Braun­schweig hat sich dank VW und der Techni­schen Univer­sität zu einer multi­kul­tu­rellen, weltof­fenen Stadt entwi­ckelt. “Das Auto” hat hier seinen ganz beson­deren Stellen­wert. Aber der Braun­schweiger liebt seine Tradi­ti­ons­in­seln, seinen Burgplatz, sein Riddags­hausen, seine Stadt, die nach der überwun­denen deutsch-deutschen Teilung wieder in der Mitte Europas liegt, noch viel mehr. Typisch braun­schwei­gisch ist eine im besten Sinne zu verste­hende Provin­zia­lität. Nennen wir es lieber Heimat­ver­bun­den­heit.

Und natürlich ist es typisch braun­schwei­gisch, einge­fleischter Eintracht-Fan zu sein, am besten seit dem ersten Stadi­on­be­such mit dem Papa. Auch das stiftet Identität. Braun­schweig lebt “blau-gelb”. Die Liebe zur Eintracht hat viele schwere Zeiten durchlebt. Kämpfen sehen will der Braun­schweiger seine Eintracht. Und einmal im Jahrzehnt einen Sieg gegen Hannover erleben. Ein roter Löwe auf der Brust und blau-gelb im Herzen, das ist typisch braun­schwei­gisch.

Sebastian Ebel, gebür­tiger Braun­schweiger und Präsident von Eintracht Braun­schweig

Typisch braun­schwei­gisch ist eine wieder­keh­rende Kolumne, in der sich bekannte und weniger bekannte Menschen äußern.

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