Braun­schweiger Tafel sucht dringend Unter­stüt­zung

Fahrer Peter Schröder (rechts) im Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden der Braunschweiger Tafel, Michael Kirsch. Foto: der Löwe
Fahrer Peter Schröder (rechts) im Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden der Braunschweiger Tafel, Michael Kirsch. Foto: der Löwe

Benötigt werden weitere Fahrer, Helfer im Innen­dienst und ein neues Laden­lokal

Jeden Morgen beginnt für die Braun­schweiger Tafel ein logis­ti­scher Kraftakt. Drei Kühlfahr­zeuge sind auf insgesamt fünf Touren im Stadt­ge­biet unterwegs, holen Lebens­mittel bei Super­märkten, Bäcke­reien und Großhänd­lern ab und bringen sie zur Ausga­be­stelle. Dort werden die Waren sortiert und an Menschen mit geringem Einkommen verteilt. Seit die Braun­schweiger Tafel im Juni 1996 als gemein­nüt­ziger Verein gegründet wurde, geht das so.

Damit das funktio­niert, braucht die Tafel vor allem genügend Ehren­amt­liche. Und genau daran mangelt es derzeit. 190 Ehren­amt­liche engagieren sich bereits, doch das reicht nicht aus, obwohl monatlich mehr als 2800 Stunden ehren­amt­li­ches Engage­ment zusam­men­kommen. „Wir haben zwar rund 70 Fahre­rinnen und Fahrer, aber durch Krankheit, Urlaub oder persön­liche Verän­de­rungen kommt es regel­mäßig zu Ausfällen. Deshalb benötigen wir weitere Fahrer, um die täglichen Touren zuver­lässig besetzen zu können“, sagt der Vorstands­vor­sit­zende Michael Kirsch werden können.

Monatlich bis zu 80 Tonnen Lebens­mittel

Die Dimension der Arbeit ist beacht­lich: Rund 70 bis 80 Tonnen Lebens­mittel rettet die Braun­schweiger Tafel jeden Monat vor der Vernich­tung. Ein Teil davon wird an andere soziale Einrich­tungen weiter­ge­geben. Im Innen­dienst engagieren sich derzeit rund 120 Ehren­amt­liche. Täglich sind etwa 15 bis 25 Helfe­rinnen und Helfer im Einsatz. Sie nehmen die Waren an, sortieren sie und geben sie an die Kundinnen und Kunden aus. Pro Tag werden 75 bis 90 Haushalte versorgt. Versorgt werden so jede Woche etwa 1.200 Bürge­rinnen und Bürger mit Lebens­mit­teln.

Lebens­mittel erhalten Menschen mit einer Berech­ti­gungs­karte – darunter Bezieher von Bürger­geld, Wohngeld, Leistungen nach dem Asylbe­wer­ber­leis­tungs­ge­setz, Menschen mit einer kleinen Rente sowie Personen mit geringem Einkommen. Zusätz­lich versorgt die Tafel rund 30 soziale Einrich­tungen in Braun­schweig mit Lebens­mit­teln. „Die Berech­ti­gungs­karte gilt pro Haushalt für ein Jahr, dann kommen andere Bedürf­tige an die Reihe. Der Bedarf ist deutlich größer als das, was wir bewäl­tigen können“, berichtet Kirsch.

Klaus Schramm, stellvertretender Vorsitzender der Tafel, und Petra Fricke, sortieren gespendete Lebensmittel. Foto: der Löwe
Klaus Schramm, stell­ver­tre­tender Vorsit­zender der Tafel, und Petra Fricke, sortieren gespen­dete Lebens­mittel. Foto: der Löwe

Besonders freitags wird Hilfe gebraucht

Gesucht werden Menschen, die regel­mäßig an einem festen Wochentag mithelfen möchten. Im Innen­dienst dauert der Einsatz von 8 bis etwa 14.30 Uhr. im Fahrdienst gibt es Vormit­tags- und Nachmit­tags­touren. Besonders dringend sucht die Tafel derzeit Fahrer und Beifahrer für den Freitag, sowohl vormit­tags als auch nachmit­tags. Die Arbeit ist körper­lich anspruchs­voll: Kisten tragen, Fahrzeuge be- und entladen und Waren sortieren gehören zum Alltag. Trotzdem bleiben viele Ehren­amt­liche der Tafel über Jahre treu.

„Es macht einfach Spaß“, sagt Petra Fricke, Mitglied des Viorstands. „Viele kommen nicht nur wegen der Aufgabe, sondern auch wegen der Gemein­schaft.“ Tatsäch­lich ist die Tafel für viele Helfe­rinnen und Helfer weit mehr als ein Ehrenamt. Es entstehen Freund­schaften, gemein­same Aktivi­täten und ein starkes Mitein­ander“, sagt sie. Zum größten Teil sind die Helfe­rinnen und Helfer im Renten­alter. Nur wenige jüngere sind bei der Tafel engagiert.

Die Braun­schweiger Tafel arbeitet ausschließ­lich mit Ehren­amt­li­chen und finan­ziert ihre laufenden Kosten – darunter Fahrzeuge, Treib­stoff, Kühlung, Energie und Versi­che­rungen – ausschließ­lich über Spenden und Förderer.

Neben neuen Ehren­amt­li­chen sucht die Braun­schweiger Tafel derzeit auch ein Laden­lokal, bevorzugt im westli­chen Ringge­biet oder innen­stadtnah. Im Idealfall handelt es sich um den Leerstand eines ehema­ligen Super­markts, der sich für die Anlie­fe­rung und Ausgabe von Lebens­mit­teln und Waren des täglichen Bedarfs eignet.

Kontakt

Wer sich engagieren möchte oder ein geeig­netes Laden­lokal vermit­teln kann, kann sich montags von 8 bis 13 Uhr telefo­nisch unter 0531 / 302040 bei Heike Sass melden. Die Tafel bittet darum, nicht ohne vorherige Anmeldung vorbei­zu­kommen.

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