Benötigt werden weitere Fahrer, Helfer im Innendienst und ein neues Ladenlokal
Jeden Morgen beginnt für die Braunschweiger Tafel ein logistischer Kraftakt. Drei Kühlfahrzeuge sind auf insgesamt fünf Touren im Stadtgebiet unterwegs, holen Lebensmittel bei Supermärkten, Bäckereien und Großhändlern ab und bringen sie zur Ausgabestelle. Dort werden die Waren sortiert und an Menschen mit geringem Einkommen verteilt. Seit die Braunschweiger Tafel im Juni 1996 als gemeinnütziger Verein gegründet wurde, geht das so.
Damit das funktioniert, braucht die Tafel vor allem genügend Ehrenamtliche. Und genau daran mangelt es derzeit. 190 Ehrenamtliche engagieren sich bereits, doch das reicht nicht aus, obwohl monatlich mehr als 2800 Stunden ehrenamtliches Engagement zusammenkommen. „Wir haben zwar rund 70 Fahrerinnen und Fahrer, aber durch Krankheit, Urlaub oder persönliche Veränderungen kommt es regelmäßig zu Ausfällen. Deshalb benötigen wir weitere Fahrer, um die täglichen Touren zuverlässig besetzen zu können“, sagt der Vorstandsvorsitzende Michael Kirsch werden können.
Monatlich bis zu 80 Tonnen Lebensmittel
Die Dimension der Arbeit ist beachtlich: Rund 70 bis 80 Tonnen Lebensmittel rettet die Braunschweiger Tafel jeden Monat vor der Vernichtung. Ein Teil davon wird an andere soziale Einrichtungen weitergegeben. Im Innendienst engagieren sich derzeit rund 120 Ehrenamtliche. Täglich sind etwa 15 bis 25 Helferinnen und Helfer im Einsatz. Sie nehmen die Waren an, sortieren sie und geben sie an die Kundinnen und Kunden aus. Pro Tag werden 75 bis 90 Haushalte versorgt. Versorgt werden so jede Woche etwa 1.200 Bürgerinnen und Bürger mit Lebensmitteln.
Lebensmittel erhalten Menschen mit einer Berechtigungskarte – darunter Bezieher von Bürgergeld, Wohngeld, Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, Menschen mit einer kleinen Rente sowie Personen mit geringem Einkommen. Zusätzlich versorgt die Tafel rund 30 soziale Einrichtungen in Braunschweig mit Lebensmitteln. „Die Berechtigungskarte gilt pro Haushalt für ein Jahr, dann kommen andere Bedürftige an die Reihe. Der Bedarf ist deutlich größer als das, was wir bewältigen können“, berichtet Kirsch.

Besonders freitags wird Hilfe gebraucht
Gesucht werden Menschen, die regelmäßig an einem festen Wochentag mithelfen möchten. Im Innendienst dauert der Einsatz von 8 bis etwa 14.30 Uhr. im Fahrdienst gibt es Vormittags- und Nachmittagstouren. Besonders dringend sucht die Tafel derzeit Fahrer und Beifahrer für den Freitag, sowohl vormittags als auch nachmittags. Die Arbeit ist körperlich anspruchsvoll: Kisten tragen, Fahrzeuge be- und entladen und Waren sortieren gehören zum Alltag. Trotzdem bleiben viele Ehrenamtliche der Tafel über Jahre treu.
„Es macht einfach Spaß“, sagt Petra Fricke, Mitglied des Viorstands. „Viele kommen nicht nur wegen der Aufgabe, sondern auch wegen der Gemeinschaft.“ Tatsächlich ist die Tafel für viele Helferinnen und Helfer weit mehr als ein Ehrenamt. Es entstehen Freundschaften, gemeinsame Aktivitäten und ein starkes Miteinander“, sagt sie. Zum größten Teil sind die Helferinnen und Helfer im Rentenalter. Nur wenige jüngere sind bei der Tafel engagiert.
Die Braunschweiger Tafel arbeitet ausschließlich mit Ehrenamtlichen und finanziert ihre laufenden Kosten – darunter Fahrzeuge, Treibstoff, Kühlung, Energie und Versicherungen – ausschließlich über Spenden und Förderer.
Neben neuen Ehrenamtlichen sucht die Braunschweiger Tafel derzeit auch ein Ladenlokal, bevorzugt im westlichen Ringgebiet oder innenstadtnah. Im Idealfall handelt es sich um den Leerstand eines ehemaligen Supermarkts, der sich für die Anlieferung und Ausgabe von Lebensmitteln und Waren des täglichen Bedarfs eignet.
Kontakt
Wer sich engagieren möchte oder ein geeignetes Ladenlokal vermitteln kann, kann sich montags von 8 bis 13 Uhr telefonisch unter 0531 / 302040 bei Heike Sass melden. Die Tafel bittet darum, nicht ohne vorherige Anmeldung vorbeizukommen.






