Von der Lackdose in die Gegenwart

Für die Ausstellung hat Nicolas Delorme ein vierteiliges, großformatiges Gemälde mit dem biblischen Motiv „Samson und Delila“ gemalt, das zusammen mit der Stobwasser-Dose präsentiert wird, die ebenfalls die Szene thematisiert. Foto: der Löwe
Für die Ausstellung hat Nicolas Delorme ein vierteiliges, großformatiges Gemälde mit dem biblischen Motiv „Samson und Delila“ gemalt, das zusammen mit der Stobwasser-Dose präsentiert wird, die ebenfalls die Szene thematisiert. Foto: der Löwe

Ausstel­lung „Ich war eine Dose“ im Städti­schen Museum läuft vom 8. Oktober bis zum 15. November.

Mit „Ich war eine Dose! – zeitge­nös­si­sche Ausein­an­der­set­zungen mit der Braun­schweiger Lackwa­ren­ma­nu­faktur Stobwasser“ eröffnet das Städti­sche Museum Braun­schweig am Donnerstag, 8. Oktober 2026, um 18 Uhr eine Ausstel­lung, in der Studie­rende der Hochschule für Bildende Künste Braun­schweig ein Kapitel der Stadt­ge­schichte aufgreifen. Zu sehen ist die Schau im Haus am Löwenwall vom 9. Oktober bis 15. November 2026.

Ausgangs­punkt sind die Lackwaren der Manufaktur Stobwasser, die 1763 in Braun­schweig gegründet wurde und mit ihren kunstvoll bemalten Gebrauchs- und Luxus­ge­gen­ständen europa­weit Erfolg hatte. Schnupf­ta­bak­dosen, Pfeifen­köpfe und andere Objekte aus Papier­maché, Blech oder Holz wurden in einem aufwen­digen Verfahren lackiert und mit Landschaften, Porträts, mytho­lo­gi­schen, religiösen, alltäg­li­chen oder eroti­schen Szenen versehen. Für die Bemalung arbei­teten unter anderem Pascha Weitsch, Friedrich Georg Weitsch, Christian Tunica, Georg Heinrich Brandes und Carl Schröder.

Mehr als bloße Vorbilder

Die Ausstel­lung übernimmt diese histo­ri­schen Stücke nicht als bloße Vorbilder. Sie fragt nach der Dose als Behältnis, nach Oberfläche und Verbergen, nach serieller Herstel­lung und indivi­du­eller Bemalung. Gemälde, Objekte, Instal­la­tionen und Video­ar­beiten übertragen solche Themen in die Gegenwart. Jacob Zimmer­mann, Lehrbe­auf­tragter, Organi­sator und Kurator des Projekts, beschreibt im Gespräch die unmit­tel­bare Begegnung mit den Sammlungs­ob­jekten und das prakti­sche Erproben der Herstel­lung als entschei­dende Schritte: Aus der histo­ri­schen Recherche sollten eigen­stän­dige künst­le­ri­sche Antworten entstehen, keine Nachbil­dungen.

Mit Genady Arkhipau, Helena Beckert, Rebekka Beischall, Amelie Besse, Nicolas Delorme, Jakob Dirkes, Lukas Gerbaulet, Anna Görnitz, Justin Hanuschik, Luise John und Kristina Reispich. Arkhipau sind elf Künst­le­rinnen und Künstler beteiligt. Sie setzen dabei unter­schied­liche Akzente. Projekt und Ausstel­lung sind eine Koope­ra­tion des Städti­schen Museums Braun­schweig, der Hochschule für Bildende Künste Braun­schweig und der Richard Borek Stiftung.

Regal-Installation von Jakob Dirkes. Foto HBK
Regal-Instal­la­tion von Jakob Dirkes. Foto HBK

Projekt über zwei Semester

Entstanden ist die Schau in einem zweise­mes­trigen Projekt. Im Winter­se­mester 2025/2026 lernten die Studie­renden die Geschichte der Manufaktur kennen, besuchten Braun­schweiger Stobwasser-Sammlungen und erprobten in einem Workshop histo­ri­sche Arbeits­schritte. Eine öffent­liche Vortrags­reihe im November und Dezember 2025 ergänzte die Recherche um kurato­ri­sche, histo­ri­sche, ökono­mi­sche und kunst­wis­sen­schaft­liche Perspek­tiven. Im Sommer­se­mester 2026 entwi­ckelten die Studie­renden ihre Arbeiten und waren zugleich an der inhalt­li­chen und räumli­chen Planung, der Instal­la­tion, den Ausstel­lungs­texten, der Dokumen­ta­tion und der Öffent­lich­keits­ar­beit beteiligt.

Ausstel­lung

„Ich war eine Dose! – zeitge­nös­si­sche Ausein­an­der­set­zungen mit der Braun­schweiger Lackwa­ren­ma­nu­faktur Stobwasser“

Eröffnung: Donnerstag, 8. Oktober 2026, 18 Uhr

Laufzeit: 9. Oktober bis 15. November 2026

Museum

Städti­sches Museum Braun­schweig

 Haus am Löwenwall

 Stein­tor­wall 14

 38100 Braun­schweig

Öffnungs­zeiten: Dienstag bis Sonntag, 11 bis 17 Uhr

Eintritt: Erwach­sene 5,00 Euro; ermäßigt 2,50 Euro für Schüle­rinnen und Schüler, Studie­rende, Auszu­bil­dende, Menschen mit Behin­de­rung, Rentne­rinnen und Rentner sowie Inhabe­rinnen und Inhaber des Braun­schweig Passes; Kinder von 6 bis 16 Jahren 2,00 Euro; Schul­klassen und Kinder bis 6 Jahre frei

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