Avant­garde der Puppen­spieler zu Gast

Videotrailer zum Festival „Weitblick“.
Videotrailer zum Festival „Weitblick“.

Genera­ti­ons­wechsel beim Inter­na­tio­nalen Weitblick-Festival des Theaters Faden­schein: Miriam Paul und Alba Marina Scharn­horst folgen Hanne Scharn­horst.

Das 6. Inter­na­tio­nale Weitblick-Festival im Theater Faden­schein in Braun­schweig wird vom 18. bis zum 27. Oktober ein ganz beson­deres. Denn es ist das Festival des Übergangs. Mit Miriam Paul (39) und Alba Marina Scharn­horst (27) haben sich zwei junge Frauen entschlossen, die für Braun­schweig bedeu­tende kultu­relle Veran­stal­tungs­reihe in die Zukunft zu tragen. Am Ende der fünften Auflage des im dreijäh­rigen Turnus statt­fin­denden Festivals hatte Weitblick-Initia­torin Hanne Scharn­horst (65) ihren Rückzug angekün­digt. Diesmal ist sie noch mit an Bord des engagierten Trios, um ihre Erfah­rungen bei der Organi­sa­tion einer solchen Großver­an­stal­tung weiter­zu­geben.

Sie sehen gerade einen Platz­hal­ter­in­halt von YouTube. Um auf den eigent­li­chen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schalt­fläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Dritt­an­bieter weiter­ge­geben werden.

Mehr Infor­ma­tionen

Langfristig geplant

„Der Wechsel ist langfristig geplant und stand bereits 2016 fest. Wir sind aber sehr froh, dass uns Hanne Scharn­horst zur Seite steht“, sagt Miriam Paul. Der Grund für den Wechsel liegt in der Belastung, die ein derar­tiges Festival mit sich bringt. „Ein Festival dieser Größen­ord­nung wird sonst nicht von einem laufenden Spiel­be­trieb organi­siert. Bereits unmit­telbar nach einem Festival muss schon mit den Vorbe­rei­tungen für das nächste begonnen werden. Dem Druck wollte sich Hanne Scharn­horst nach 15 Jahren nicht weiter aussetzen. Sie bleibt dem Theater Faden­schein aber weiter als Spielerin und Produ­zentin erhalten“, versi­chert ihre Nachfol­gerin.

Die Eröffnung des Festivals findet am Freitag (18. Oktober, 18 Uhr) im Theaterhof statt. Dort tauchen zunächst die rätsel­haften Wesen der franzö­si­schen Gruppe „Cie. Créature“ auf und entführen die Besuche­rinnen und Besucher in eine Welt zwischen Traum und Wirklich­keit. Um 19 Uhr folgt im Theater­saal die offizi­elle Begrüßung. Im Anschluss spielt das „Blind Summit Theatre“ aus Großbri­tan­nien sein Stück „The Table“. Das Festival wird unter anderem von der Braun­schwei­gi­schen Stiftung und der Stiftung Braun­schwei­gi­scher Kultur­be­sitz gefördert.

In der Tradition von Harro Siegel

Als Hanne Scharn­horst das Festival 2004 gegründet habe, sei es impuls­ge­bend für die deutsche Puppen­spiel­szene gewesen. Mittler­weile gäbe es zwar größere Festivals, aber „Weitblick“ habe sich seinen Ansatz bewahrt, Avant­garde nach Braun­schweig zu holen, meint Miriam Paul. „Wir testen Grenzen aus und lassen Koope­ra­tionen zu anderen darstel­lenden Künsten wie Schau­spiel, Tanz, Perfor­mance oder Musik zu. Wir haben sogar ein Stück auf der Bühne, in dem künst­liche Intel­li­genz, Roboter, den Spieler ersetzen und überflüssig machen“, schildert die künst­le­ri­sche Leitern stell­ver­tre­tend für ihre beiden Kolle­ginnen.

Bereits das erste Weitblick-Festival folgte der Tradition, modernes Puppen­theater in Braun­schweig zu etablieren. 1957 hatte Harro Siegel, der von 1943 bis 1964 in Braun­schweig lebte und an der späteren HBK Puppen­spiel lehrte, eine erste Puppen­spiel­woche in Braun­schweig initiiert. Es gelang ihm, ein inter­na­tio­nales Treffen von Künstlern aus Ost und West, zu organi­sieren. Erstmals kamen damals Theater aus der damaligen DDR und der damaligen Tsche­cho­slo­wakei erstmals nach Braun­schweig.

„Der Linie bleiben wir treu. Wir reisen im Vorfeld von Festival zu Festival und sehen uns die verschie­denen Produk­tionen an. Danach entscheiden wir, was zu unserem Festival in Braun­schweig passt. Unser Anspruch ist hoch. Wir setzen auf Qualität“, schildert Miriam Paul das Erfolgs­re­zept. Bereits jetzt sind viele Vorstel­lungen schon ausge­bucht.

Viele Spielorte in der Stadt

An unter­schied­li­chen Orten in Braun­schweig finden insgesamt 45 Veran­stal­tungen mit 20 verschie­denen Insze­nie­rungen statt. Es treten Ensembles aus 13 Ländern auf. Gespielt wird natürlich im Theater Faden­schein, aber auch im Kleinen Haus und in Haus III des Staats­thea­ters, im LOT, im Kult, im Kultur­punkt West und bei Walk Acts in der Innen­stadt.

Neben den Auffüh­rungen erwarten die inter­es­sierten Besuche­rinnen und Besucher erneut ein vielfäl­tiges Angebot an Workshops. Darunter sind Malver­gnügen und Model­lier­kunst für Kinder, Masken­spiel für Studie­rende oder Tanz-Robotik für Erwach­sene.

Das komplette Programm:

https://weitblick.fadenschein.de/wp-content/uploads/2019/07/1.Broschu%CC%88re-Weitblick-2019–19.07.01.pdf

Kontakt:

Theater Faden­schein
Bültenweg 95
38106 Braun­schweig

Telefon: 0531 – 340845

E‑Mail: theater@fadenschein.de

Das könnte Sie auch interessieren

  • „Jazz im Park“ zu Gast in Abbensen

    „Jazz im Park“ zu Gast in Abbensen

    Mit dabei ist am 30. Juni Sam Leigh-Brown, die mit „Hip Teens Don’t Wear Blue Jeans“ einst einen großen Sommerhit in Deutsch­land gelandet hatte. Das Festival „Jazz im Park“ steht bereits vor seiner siebten Auflage und hat nichts von seiner Attrak­ti­vität eingebüßt. Die Reihe der Braun­schwei­gi­schen Landschaft gastiert diesmal am 30. Juni von 14 bis… Weiterlesen

  • Die Avant­garde in Braun­schweig

    Die Avant­garde in Braun­schweig

    Video über die Ausstellung „Gesellschaft der Freunde junger Kunst“ im Schlossmuseum Braunschweig. Weiterlesen

  • Avant­garde in der Provinz?!

    Avant­garde in der Provinz?!

    Das Schlossmuseum Braunschweig lädt am 6. November (18.30 Uhr) zum ersten Vortrag aus dem Begleitprogramm der aktuellen Sonderausstellung „Gesellschaft der Freunde junger Kunst“ ein. Kunsthistorikerin Gloria Köpnick vom Landesmuseum Oldenburg gibt Einblicke in ein faszinierendes Netzwerk der Moderne und thematisiert Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den modernen Kunstvereinen in Oldenburg und Braunschweig in den 1920er Jahren.… Weiterlesen