Traditioneller Frühlingsempfang der Hospiz Stiftung für Braunschweig im Hospiz „Am Hohen Tore“
Was einst klein begann, getragen von begrenzten Mitteln, habe sich durch kontinuierliche Unterstützung und großzügige Spenden zu einer tragfähigen Institution entwickelt. „Heute sind wir in der Lage, Projekte nicht nur zu begleiten, sondern nachhaltig zu fördern“, betonte Erika Borek, Vorstandsvorsitzende der Hospiz Stiftung für Braunschweig, in ihrer Begrüßung zum traditionellen Frühlingsempfang für Frauen im Hospiz „Am Hohen Tore“. Die Veranstaltung verband Rückblick und Ausblick – und machte deutlich, wie sehr sich das Engagement für Sterbebegleitung in den vergangenen Jahren zum Positiven entwickelt hat.
Die Gründung der Hospiz Stiftung für Braunschweig im Jahr 2005 war Garant dafür, dass das Hospiz „Am Hohen Tore“ realisiert werden konnte. Seither fördert die Stiftung die Hospizarbeit kontinuierlich. Beispielsweise müssen im Hospiz jährlich fünf Prozent der Betriebskosten über Spenden und weitere Drittmittel aufgebracht werden.

Fortbildungskurse für Ehrenamtliche
Erika Borek hob hervor, dass das bereits vor der Corona-Pandemie begonnene Projekt der Fortbildungskurse in Pflegeeinrichtungen wieder aufgenommen werden konnte. Sie wertete das als Zeichen für Kontinuität und neue Kraft nach schwierigen Jahren. Durch das vom Verein Hospizarbeit in Braunschweig koordinierte Projekt sollen die palliative Kompetenz der Pflegekräfte und Ehrenamtlichen gestärkt und die Hospizkultur in den Einrichtungen etabliert werden.
Britta Lange, fachliche Leiterin und leitende Koordinatorin, und Geschäftsführerin Annika Hinterland, bilden das neue Leitungsduo des Vereins Hospizarbeit in Braunschweig. Lange sagte das Fortbildungsangebot sei eine „Win-win-Situation“ für alle Beteiligten: die Stiftung, die Hospizarbeit und die Menschen, die am Lebensende begleitet werden. Im Fokus stehen vor allem Pflegeeinrichtungen, in denen ehrenamtliche Begleiterinnen und Begleiter tätig werden. „Gerade dort, wo Fachkräfte an ihre Grenzen stoßen, können kleine Gesten der Freundlichkeit Großes bewirken“, sagte sie.

Unterstützung in belastenden Situationen
Ein Zitat von Mark Twain zog sich wie ein roter Faden durch ihren Beitrag: „Freundlichkeit ist eine Sprache, die Taube hören und Blinde lesen können.“ Diese Haltung präge das Projekt – insbesondere im Umgang mit hochaltrigen Menschen, die oft unter Einsamkeit litten. Aktuell werden zehn Ehrenamtliche auf ihre zukünftige Aufgabe vorbereitet, um insbesondere in Nachtstunden oder belastenden Situationen Unterstützung zu leisten.
Einen nachdenklichen Akzent setzte Britta Lange mit dem Verweis auf einen Vortrag von Prof. Dr. Reinhard Lindner, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie wie auch Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, den sie auf der Messe „Leben und Tod“ gehört hatte. Thema war die zunehmende Suizidalität im Alter – ein sensibles und oft verdrängtes Thema. Die Erkenntnisse unterstrichen, so Britta Lindner, die Dringlichkeit, gerade im hohen Alter Zuwendung, Zeit und menschliche Nähe zu schenken.

Kein Platz für Ausgrenzung
Der anschließende Beitrag von Domprediger i. R. Joachim Hempel zeichnete die Entwicklung des Areals „Vor dem Hohen Tore“ vom Randgebiet mittelalterlicher Stadtgeschichte über soziale Brennpunkte der Industrialisierung bis hin zum heutigen Standort eines Hauses, das Leben in seiner letzten Phase begleitet nach. Er machte deutlich, wie symbolträchtig dieser Ort sei als einst ein Platz der Ausgrenzung und heute ein Ort der Würde und Zugehörigkeit.
Zum Abschluss griff Erika Borek noch einmal die Entstehungsgeschichte des Hauses auf. Sie habe sich dafür eingesetzt, den Namen „Am Hohen Tore“ trotz praktischer Einwände, etwa wegen der Zufahrt für Rettungsfahrzeuge, zu bewahren. Dass das historische Tor zunächst weichen und später wieder aufgebaut wurde, ist für sie mehr als eine bauliche Anekdote: Das stehe vielmehr symbolisch für den Brückenschlag zwischen Geschichte und Gegenwart.
Für die musikalische Unterhaltung an diesem Abend sorgte Dirk Wellmann, Arzt im Ruhestand, mit modern interpretierten Frühlingsliedern. Wellmann war Anästhesist am Städtischen Klinikum und spielt seit seiner Kindheit Klavier.
Weitere Informationen:
http://www.hospiz-stiftung-fuer-braunschweig.de/
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