Tag des offenen Denkmals am 13. September: Zehn Programmpunkte in Braunschweig
Vom Dachstuhl der Klosterkirche bis zum Wasserturm der Roggenmühle führt der Tag des offenen Denkmals am 13. September zu verborgenen Orten der Löwenstadt. Das diesjährige Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ richtet den Blick speziell auf Bauwerke, die Braunschweig über Jahrhunderte versorgt, geschützt und geprägt haben.
Der Aktionstag würdigt das Engagement von Vereinen, Kirchengemeinden, privaten Eigentümern und Fachleuten. Vor allem aber lädt er dazu ein, vertraute Orte neu zu entdecken. Nach Angaben der Deutschen Stiftung Denkmalschutz handelt es sich um die größte Kulturveranstaltung Deutschlands. Viele sonst nicht zugängliche Gebäude können an diesem Tag kostenfrei oder zu einem geringen Eintritt besichtigt werden.
Die Idee entstand in Frankreich. Der damalige Kulturminister Jack Lang ließ dort 1984 erstmals historische Monumente für eine breite Öffentlichkeit öffnen. Die Resonanz war so groß, dass weitere Länder dem Beispiel folgten. 1991 rief der Europarat die European Heritage Days ins Leben. Neun Länder, darunter Deutschland, beteiligten sich. Zwei Jahre später übernahm die Deutsche Stiftung Denkmalschutz die bundesweite Koordination des deutschen Tags des offenen Denkmals. Bereits 1993 öffneten rund 3.500 Denkmale in 1.200 Städten und Gemeinden; etwa zwei Millionen Menschen nutzten die Gelegenheit.
Seit 1999 sind die European Heritage Days eine gemeinsame Initiative des Europarates und der Europäischen Kommission. Es soll das Bewusstsein dafür gestärkt werden, dass historische Zeugnisse geschützt werden müssen. Inzwischen beteiligen sich alle 50 Vertragsstaaten des Europäischen Kulturabkommens.

Das Programm in Braunschweig
Klosterkirche Riddagshausen, Klostergang 65: Kirche und Zisterziensermuseum sind von 12 bis 17 Uhr geöffnet. Um 12 Uhr hält Landesbischöfin Dr. Christina-Maria Bammel eine Andacht, um 12.15 Uhr beginnt eine Spendenkampagne für die notwendige Sanierung des Dachwerks. Ab 12.30 Uhr werden Führungen durch Kloster- und Gutsgarten, zur Architektur der Kirche sowie durch den historischen Dachstuhl angeboten. Für die Dachführung ist eine Anmeldung erforderlich.
Petriwehr, Petritor/Wehrstraße 1: Um 11 Uhr erläutert Claus Wilske vom Wasserverband Mittlere Oker die Funktionsweise des Petriwehrs und die Geschichte der Braunschweiger Oker-Wehre. Kaum ein Programmpunkt verkörpert das Jahresmotto besser: Das Wehr gehört zu jener historischen Wasserinfrastruktur, die das Leben und Wirtschaften in der Stadt über lange Zeit bestimmte.
Gedenkstätte KZ-Außenlager Braunschweig, Schillstraße 25: Das Gebäude ist von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Führungen zur Geschichte des KZ-Außenlagers und der heutigen Gedenkstätte beginnen um 11.30 und 14 Uhr und dauern jeweils etwa 90 Minuten. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung nicht erforderlich. Während der Führungen kann der Zugang für weitere Besucher eingeschränkt sein.
Wasserturm der Roggenmühle, Hannoversche Straße 60: Der Turm ist von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Alle 45 Minuten beginnen Führungen mit höchstens zehn Teilnehmern. Wegen der anspruchsvollen und nicht barrierefreien Besteigung sind feste Schuhe erforderlich. Kostenlose, aber verbindliche Tickets müssen vorab beim Forum Industriekultur gebucht werden. Ohne Ticket oder bei verspätetem Erscheinen ist kein Zugang möglich.
Kirche St. Aegidien, Ägidienmarkt 12a: Nach dem Gottesdienst öffnet die Kirche gegen 12.30 Uhr und bleibt bis 17.30 Uhr zugänglich. Um 13, 14.30 und 16 Uhr verbinden kurze Führungen durch die Kirchengeschichte mit jeweils etwa 15 Minuten Musik auf der großen Klais-Orgel.
Gut Steinhof, Celler Heerstraße 336: Das Landwirtschaftsmuseum ist von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Um 11 und 14 Uhr wird bei Rodevorführungen gezeigt, wie Kartoffeln geerntet werden. Erwachsene zahlen drei Euro Eintritt. Kinder bis 16 Jahre und Inhaber des Braunschweig-Passes haben freien Eintritt.
Burg der Schlaraffia Brunsviga, Hochstraße 21: Zwischen 11 und 15 Uhr werden halbstündige Führungen durch die ungewöhnliche Vereinsburg angeboten. Eine vorherige Anmeldung über die Internetseite der Schlaraffia Brunsviga ist zwingend erforderlich.
St.-Leonhard-Kapelle und Gemeindehaus „Alte Schmiede“, Leonhardstraße 42: Beide Gebäude können von 12 bis 18 Uhr besichtigt werden. Pfarrer Marc Jungermann führt um 12 und 14 Uhr durch die Kapelle. Im Gemeindegarten gibt es Kaffee und Kuchen, bei Regen im Gemeindesaal.
Alte Landwehr in Rühme, Gifhorner Straße 140/144: Das Denkmal am Wendenturm kann in diesem Jahr nur selbstständig erkundet werden. Es erinnert an den äußeren mittelalterlichen Verteidigungsring Braunschweigs. Informationen zur Anlage stellt der Kultur- und Förderverein Rühme bereit.
Zusätzlich hat das Herzog Anton Ulrich-Museum einen Aktionstag in der Burg Dankwarderode am Burgplatz angekündigt.
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