Vertraute Orte neu zu entdecken

Burg der Schlaraffia Brunsviga, Hochstraße 21. Foto: Thomas Ostwald
Burg der Schlaraffia Brunsviga, Hochstraße 21. Foto: Thomas Ostwald

Tag des offenen Denkmals am 13. September: Zehn Programm­punkte in Braun­schweig

Vom Dachstuhl der Kloster­kirche bis zum Wasser­turm der Roggen­mühle führt der Tag des offenen Denkmals am 13. September zu verbor­genen Orten der Löwen­stadt. Das diesjäh­rige Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infra­struktur“ richtet den Blick speziell auf Bauwerke, die Braun­schweig über Jahrhun­derte versorgt, geschützt und geprägt haben.

Der Aktionstag würdigt das Engage­ment von Vereinen, Kirchen­ge­meinden, privaten Eigen­tü­mern und Fachleuten. Vor allem aber lädt er dazu ein, vertraute Orte neu zu entdecken. Nach Angaben der Deutschen Stiftung Denkmal­schutz handelt es sich um die größte Kultur­ver­an­stal­tung Deutsch­lands. Viele sonst nicht zugäng­liche Gebäude können an diesem Tag kosten­frei oder zu einem geringen Eintritt besich­tigt werden.

Die Idee entstand in Frank­reich. Der damalige Kultur­mi­nister Jack Lang ließ dort 1984 erstmals histo­ri­sche Monumente für eine breite Öffent­lich­keit öffnen. Die Resonanz war so groß, dass weitere Länder dem Beispiel folgten. 1991 rief der Europarat die European Heritage Days ins Leben. Neun Länder, darunter Deutsch­land, betei­ligten sich. Zwei Jahre später übernahm die Deutsche Stiftung Denkmal­schutz die bundes­weite Koordi­na­tion des deutschen Tags des offenen Denkmals. Bereits 1993 öffneten rund 3.500 Denkmale in 1.200 Städten und Gemeinden; etwa zwei Millionen Menschen nutzten die Gelegen­heit.

Seit 1999 sind die European Heritage Days eine gemein­same Initia­tive des Europa­rates und der Europäi­schen Kommis­sion. Es soll das Bewusst­sein dafür gestärkt werden, dass histo­ri­sche Zeugnisse geschützt werden müssen. Inzwi­schen betei­ligen sich alle 50 Vertrags­staaten des Europäi­schen Kultur­ab­kom­mens.

St.-Leonhard-Kapelle und Gemeindehaus „Alte Schmiede“, Leonhardstraße 42. Foto: Carsten Jatzen
St.-Leonhard-Kapelle und Gemein­de­haus „Alte Schmiede“, Leonhard­straße 42. Foto: Carsten Jatzen

Das Programm in Braun­schweig

Kloster­kirche Riddags­hausen, Kloster­gang 65: Kirche und Zister­zi­en­ser­mu­seum sind von 12 bis 17 Uhr geöffnet. Um 12 Uhr hält Landes­bi­schöfin Dr. Christina-Maria Bammel eine Andacht, um 12.15 Uhr beginnt eine Spenden­kam­pagne für die notwen­dige Sanierung des Dachwerks. Ab 12.30 Uhr werden Führungen durch Kloster- und Gutsgarten, zur Archi­tektur der Kirche sowie durch den histo­ri­schen Dachstuhl angeboten. Für die Dachfüh­rung ist eine Anmeldung erfor­der­lich.

Petriwehr, Petritor/Wehrstraße 1: Um 11 Uhr erläutert Claus Wilske vom Wasser­ver­band Mittlere Oker die Funkti­ons­weise des Petri­wehrs und die Geschichte der Braun­schweiger Oker-Wehre. Kaum ein Programm­punkt verkör­pert das Jahres­motto besser: Das Wehr gehört zu jener histo­ri­schen Wasser­in­fra­struktur, die das Leben und Wirtschaften in der Stadt über lange Zeit bestimmte.

Gedenk­stätte KZ-Außen­lager Braun­schweig, Schill­straße 25: Das Gebäude ist von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Führungen zur Geschichte des KZ-Außen­la­gers und der heutigen Gedenk­stätte beginnen um 11.30 und 14 Uhr und dauern jeweils etwa 90 Minuten. Die Teilnahme ist kosten­frei, eine Anmeldung nicht erfor­der­lich. Während der Führungen kann der Zugang für weitere Besucher einge­schränkt sein.

Wasser­turm der Roggen­mühle, Hanno­ver­sche Straße 60: Der Turm ist von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Alle 45 Minuten beginnen Führungen mit höchstens zehn Teilneh­mern. Wegen der anspruchs­vollen und nicht barrie­re­freien Bestei­gung sind feste Schuhe erfor­der­lich. Kosten­lose, aber verbind­liche Tickets müssen vorab beim Forum Indus­trie­kultur gebucht werden. Ohne Ticket oder bei verspä­tetem Erscheinen ist kein Zugang möglich.

Kirche St. Aegidien, Ägidi­en­markt 12a: Nach dem Gottes­dienst öffnet die Kirche gegen 12.30 Uhr und bleibt bis 17.30 Uhr zugäng­lich. Um 13, 14.30 und 16 Uhr verbinden kurze Führungen durch die Kirchen­ge­schichte mit jeweils etwa 15 Minuten Musik auf der großen Klais-Orgel.

Gut Steinhof, Celler Heerstraße 336: Das Landwirt­schafts­mu­seum ist von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Um 11 und 14 Uhr wird bei Rodevor­füh­rungen gezeigt, wie Kartof­feln geerntet werden. Erwach­sene zahlen drei Euro Eintritt. Kinder bis 16 Jahre und Inhaber des Braun­schweig-Passes haben freien Eintritt.

Burg der Schla­raffia Brunsviga, Hochstraße 21: Zwischen 11 und 15 Uhr werden halbstün­dige Führungen durch die ungewöhn­liche Vereins­burg angeboten. Eine vorherige Anmeldung über die Inter­net­seite der Schla­raffia Brunsviga ist zwingend erfor­der­lich.

St.-Leonhard-Kapelle und Gemein­de­haus „Alte Schmiede“, Leonhard­straße 42: Beide Gebäude können von 12 bis 18 Uhr besich­tigt werden. Pfarrer Marc Junger­mann führt um 12 und 14 Uhr durch die Kapelle. Im Gemein­de­garten gibt es Kaffee und Kuchen, bei Regen im Gemein­de­saal.

Alte Landwehr in Rühme, Gifhorner Straße 140/144: Das Denkmal am Wenden­turm kann in diesem Jahr nur selbst­ständig erkundet werden. Es erinnert an den äußeren mittel­al­ter­li­chen Vertei­di­gungs­ring Braun­schweigs. Infor­ma­tionen zur Anlage stellt der Kultur- und Förder­verein Rühme bereit.

Zusätz­lich hat das Herzog Anton Ulrich-Museum einen Aktionstag in der Burg Dankwar­derode am Burgplatz angekün­digt.

Mehr unter: www.tag-des-offenen-denkmals.de/

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