Ausstellung „Ich war eine Dose“ im Städtischen Museum läuft vom 8. Oktober bis zum 15. November.
Mit „Ich war eine Dose! – zeitgenössische Auseinandersetzungen mit der Braunschweiger Lackwarenmanufaktur Stobwasser“ eröffnet das Städtische Museum Braunschweig am Donnerstag, 8. Oktober 2026, um 18 Uhr eine Ausstellung, in der Studierende der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig ein Kapitel der Stadtgeschichte aufgreifen. Zu sehen ist die Schau im Haus am Löwenwall vom 9. Oktober bis 15. November 2026.
Ausgangspunkt sind die Lackwaren der Manufaktur Stobwasser, die 1763 in Braunschweig gegründet wurde und mit ihren kunstvoll bemalten Gebrauchs- und Luxusgegenständen europaweit Erfolg hatte. Schnupftabakdosen, Pfeifenköpfe und andere Objekte aus Papiermaché, Blech oder Holz wurden in einem aufwendigen Verfahren lackiert und mit Landschaften, Porträts, mythologischen, religiösen, alltäglichen oder erotischen Szenen versehen. Für die Bemalung arbeiteten unter anderem Pascha Weitsch, Friedrich Georg Weitsch, Christian Tunica, Georg Heinrich Brandes und Carl Schröder.
Mehr als bloße Vorbilder
Die Ausstellung übernimmt diese historischen Stücke nicht als bloße Vorbilder. Sie fragt nach der Dose als Behältnis, nach Oberfläche und Verbergen, nach serieller Herstellung und individueller Bemalung. Gemälde, Objekte, Installationen und Videoarbeiten übertragen solche Themen in die Gegenwart. Jacob Zimmermann, Lehrbeauftragter, Organisator und Kurator des Projekts, beschreibt im Gespräch die unmittelbare Begegnung mit den Sammlungsobjekten und das praktische Erproben der Herstellung als entscheidende Schritte: Aus der historischen Recherche sollten eigenständige künstlerische Antworten entstehen, keine Nachbildungen.
Mit Genady Arkhipau, Helena Beckert, Rebekka Beischall, Amelie Besse, Nicolas Delorme, Jakob Dirkes, Lukas Gerbaulet, Anna Görnitz, Justin Hanuschik, Luise John und Kristina Reispich. Arkhipau sind elf Künstlerinnen und Künstler beteiligt. Sie setzen dabei unterschiedliche Akzente. Projekt und Ausstellung sind eine Kooperation des Städtischen Museums Braunschweig, der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig und der Richard Borek Stiftung.

Projekt über zwei Semester
Entstanden ist die Schau in einem zweisemestrigen Projekt. Im Wintersemester 2025/2026 lernten die Studierenden die Geschichte der Manufaktur kennen, besuchten Braunschweiger Stobwasser-Sammlungen und erprobten in einem Workshop historische Arbeitsschritte. Eine öffentliche Vortragsreihe im November und Dezember 2025 ergänzte die Recherche um kuratorische, historische, ökonomische und kunstwissenschaftliche Perspektiven. Im Sommersemester 2026 entwickelten die Studierenden ihre Arbeiten und waren zugleich an der inhaltlichen und räumlichen Planung, der Installation, den Ausstellungstexten, der Dokumentation und der Öffentlichkeitsarbeit beteiligt.
Ausstellung
„Ich war eine Dose! – zeitgenössische Auseinandersetzungen mit der Braunschweiger Lackwarenmanufaktur Stobwasser“
Eröffnung: Donnerstag, 8. Oktober 2026, 18 Uhr
Laufzeit: 9. Oktober bis 15. November 2026
Museum
Städtisches Museum Braunschweig
Haus am Löwenwall
Steintorwall 14
38100 Braunschweig
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 11 bis 17 Uhr
Eintritt: Erwachsene 5,00 Euro; ermäßigt 2,50 Euro für Schülerinnen und Schüler, Studierende, Auszubildende, Menschen mit Behinderung, Rentnerinnen und Rentner sowie Inhaberinnen und Inhaber des Braunschweig Passes; Kinder von 6 bis 16 Jahren 2,00 Euro; Schulklassen und Kinder bis 6 Jahre frei


