Gefähr­li­cher Riesen­bä­ren­klau in Riddags­hausen entfernt

Riesenbärenklau zwischen Mittelriede und Wabe. Foto: privat
Riesenbärenklau zwischen Mittelriede und Wabe. Foto: privat

Rangerin Anke Kätzel: „Wer eine Pflanze entdeckt, sollte unbedingt Abstand halten und den Fund melden“

Zwischen Mittel­riede und Wabe im Natur­schutz­ge­biet Riddags­hausen ist erneut ein Bestand des Riesen­bä­ren­klaus entdeckt worden. Die invasive Pflanze breitet sich in Braun­schweig immer wieder aus – auch entlang von Schunter und Oker. Um eine weitere Ausbrei­tung zu verhin­dern, wird sie von der Stadt fachge­recht und ökolo­gisch entfernt.

„Wer eine Pflanze entdeckt, sollte unbedingt Abstand halten und den Fund melden“, sagt Rangerin Anke Kätzel. Denn der Riesen­bä­ren­klau, auch Herku­les­staude genannt, kann für Menschen gefähr­lich werden. Sein Pflan­zen­saft enthält photo­to­xi­sche Stoffe, die in Verbin­dung mit Sonnen­licht schwere Hautrei­zungen, Verbren­nungen und Blasen­bil­dung verur­sa­chen können.

Sehr schnelles Wachstum

Deshalb rücken städti­sche Mitar­bei­te­rinnen und Mitar­beiter nur mit entspre­chender Schutz­aus­rüs­tung an. Die Pflanzen werden in Vollschutz­klei­dung entfernt, um jeden Kontakt mit dem Saft zu vermeiden. Die Stadt reagiert nach Angaben der Rangerin konse­quent auf neue Funde. „Wir beobachten die Bestände sehr genau und handeln sofort, weil die Herku­les­staude extrem schnell wächst“, erklärt Kätzel.

Ursprüng­lich stammt die Pflanze aus Zentral­asien und wurde im 19. Jahrhun­dert als Zierpflanze nach Europa gebracht. Sie gehört zur Familie der Dolden­blütler und kann unter günstigen Bedin­gungen eine Höhe von bis zu fünf Metern erreichen. Besonders proble­ma­tisch ist ihre enorme Vermeh­rungs­fä­hig­keit: Eine einzige Pflanze kann mehrere tausend Samen bilden.

Wachsam an Fließ­ge­wäs­sern

Beson­deres Augenmerk gilt deshalb den Gewässern. „Vor allem an Fließ­ge­wäs­sern müssen wir wachsam sein, weil die Samen mit dem Wasser verdriftet werden und so neue Standorte besiedeln können“, erläutert Anke Kätzel. Entspre­chend treten Vorkommen immer wieder an Schunter, Oker und kleineren Wasser­läufen auf.

Die Bekämp­fung erfolgt möglichst vor der Blüte, damit die Pflanzen keine Samen ausbilden können. Auf regel­mäßig gemähten Wiesen hat der Riesen­bä­ren­klau dagegen kaum Chancen, sich dauerhaft zu etablieren. Schwie­riger ist die Situation an Böschungen und anderen schwer zugäng­li­chen Stellen, wo einzelne Exemplare oft erst spät entdeckt werden.

Andere invasive Arten

Der Riesen­bä­ren­klau ist nicht die einzige invasive Art, die in Nieder­sachsen vorkommt. Weit verbreitet sind beispiels­weise das Drüsige Spring­kraut und der Japani­sche Stauden­knö­te­rich. Beide Arten breiten sich vor allem entlang von Gewässern aus und können heimische Pflanzen verdrängen. Ebenfalls häufig anzutreffen ist die Kanadi­sche Goldrute, die vieler­orts dichte Bestände bildet.

Für Menschen sind diese Arten in der Regel jedoch nicht unmit­telbar gefähr­lich. Eine Ausnahme bildet eben der Riesen­bä­ren­klau. Deshalb lautet der Rat der Fachleute: Abstand halten, Fundorte melden und die Bekämp­fung den geschulten Einsatz­kräften überlassen. So lässt sich verhin­dern, dass sich die Herku­les­staude weiter in sensiblen Natur­be­rei­chen ausbreitet.

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