Drei Millionen Euro für ein schüt­zendes Dach

Das Dach der Klosterkirche in Riddagshausen muss saniert werden. Foto: Der Löwe/Knut Bussian
Das Dach der Klosterkirche in Riddagshausen muss saniert werden. Foto: Der Löwe/Knut Bussian

Massive Schäden gefährden die histo­ri­sche Dachkon­struk­tion der Kloster­kirche Riddags­hausen

Die Kloster­kirche ist das weithin sichtbare Mittel­punkt Riddags­hau­sens. Seit mehr als sieben Jahrhun­derten prägt sie den beson­deren Ort vor den Toren Braun­schweigs. Doch ihr schüt­zendes Dach ist inzwi­schen selbst zum Sorgen­fall geworden: Defekte und fehlende Dachziegel lassen Feuch­tig­keit eindringen, wichtige Teile der hölzernen Konstruk­tion sind angegriffen.

Bei einer umfang­rei­chen Unter­su­chung haben rund 125 Archi­tek­tur­stu­die­rende der Techni­schen Univer­sität Braun­schweig gemeinsam mit Fachleuten den histo­ri­schen Dachstuhl genau unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist alarmie­rend: Schäden an Sparren, Balken und Auflagern gefährden auf Dauer die Stabi­lität der Konstruk­tion. Auch eine Außenwand hat sich bereits leicht geneigt. Sie steht in einem Bereich mit weniger tragfä­higem Unter­grund.

Fangnetze schützen die Besucher

Wie ernst die Situation ist, zeigt eine erste Siche­rungs­maß­nahme. Für rund 30.000 Euro wurden im Eingangs­be­reich Fangnetze angebracht. Sie sollen verhin­dern, dass sich Dachziegel lösen und Besuche­rinnen und Besucher gefährden. Mit einer solchen Notsi­che­rung allein ist es jedoch nicht getan. Der bislang unsanierte Dachbe­reich über Chor, Vierung und Querhäuser muss ebenso umfassend instand­ge­setzt werden wie das Dach über dem Langhaus bis zum Westportal. Die Arbeiten reichen vom hölzernen Tragwerk bis zur vollstän­digen Dachde­ckung.

Die Kosten werden derzeit auf rund drei Millionen Euro geschätzt. Für die Eigen­tü­merin, die Stiftung Braun­schwei­gi­scher Kultur­be­sitz, und die Kirchen­ge­meinde ist eine Summe dieser Größen­ord­nung nicht zu stemmen. Neben öffent­li­chen Förder­mit­teln ist deshalb auch die Unter­stüt­zung aus der Bevöl­ke­rung gefragt.

Bedeu­tendes Zeugnis der Zister­zi­enser

Die Rettung der Kirche ist weit mehr als eine gewöhn­liche Baumaß­nahme. Das 1145 gegrün­dete Kloster Riddags­hausen zählt zu den bedeu­tendsten zister­zi­en­si­schen Gründungen der Region. Der heutige Kirchenbau wurde im 13. Jahrhun­dert errichtet und 1275 geweiht. Die dreischif­fige Basilika gehört damit zu den ältesten gotischen Bauwerken Deutsch­lands.

Schon mehrfach stand das Gottes­haus vor einer ungewissen Zukunft. Nach Jahrhun­derten voller Kriege, Plünde­rungen und baulicher Vernach­läs­si­gung musste es in den 1960er-Jahren wegen gravie­render Schäden geschlossen werden. Dem gemein­samen Einsatz engagierter Bürger und Förderer mit Richard Borek II. (1911- 1993) an der Spitze war es zu verdanken, dass die Kirche gerettet und 1975 wieder eröffnet werden konnte.

Nun ist erneut gemein­schaft­li­ches Handeln gefragt. Die Deutsche Stiftung Denkmal­schutz, die Evange­lisch-Luthe­ri­sche Kirchen­ge­meinde Riddags­hausen-Glies­ma­rode, die Stiftung Braun­schwei­gi­scher Kultur­be­sitz und der Förder­verein Riddags­hausen – Natur­schutz und Bürger­schaft setzen sich gemeinsam für den Erhalt des Baudenk­mals ein.

Kampa­gnen­start am Tag des offenen Denkmals

Der offizi­elle Auftakt der Spenden­kam­pagne findet am Sonntag, 13. September 2026, statt. Von 12 bis 17 Uhr öffnet die Kloster­kirche zum Tag des offenen Denkmals ihre Türen. Den Beginn bildet um 12 Uhr ein Gottes­dienst mit Landes­bi­schöfin Dr. Christina-Maria Bammel. Für die musika­li­sche Gestal­tung an der Orgel sorgt Landes­kir­chen­mu­sik­di­rektor Thorsten Göbel, der zugleich Organist der Kloster­kirche ist.

Anschlie­ßend erwartet die Gäste ein vielsei­tiges Programm:

  • Führungen zur Archi­tektur der Kirche mit dem Bauhis­to­riker Elmar Arnhold
  • Führungen durch den Kloster- und Gutsgarten
  • Besich­ti­gungen des histo­ri­schen Dachstuhls
  • Führungen durch das Zister­zi­en­ser­mu­seum
  • eine Ausstel­lung des Instituts für Bauge­schichte der TU Braun­schweig zur Bauge­schichte und zu den Schäden am Dachwerk
  • eine Ausstel­lung der Urban Sketchers mit von Riddags­hausen inspi­rierter Kunst
  • ein Kuchen­basar der Kultur­paten Riddags­hausen
  • ein Infor­ma­ti­ons­stand der Deutschen Stiftung Denkmal­schutz
  • kurze Kloster­ge­schichten für Kinder zwischen 13 und 16 Uhr

Für die Führungen durch den Dachstuhl ist eine vorherige Anmeldung erfor­der­lich. Die Teilneh­mer­zahl ist auf jeweils zehn Personen begrenzt. Festes Schuhwerk und Tritt­si­cher­heit sind notwendig. Weitere Infor­ma­tionen und die Anmeldung finden sich im offizi­ellen Programm zum Tag des offenen Denkmals.

Spenden­konto

Empfänger: Deutsche Stiftung Denkmal­schutz

IBAN: DE71 5004 0050 0400 5004 00

BIC: COBADEFFXXX

Verwen­dungs­zweck: PR08070-01 Kloster­kirche Riddags­hausen

Die Konto­ver­bin­dung entspricht dem offizi­ellen Spenden­konto der Deutschen Stiftung Denkmal­schutz.

Online kann direkt unter www.denkmalschutz.de/spende-klosterkirche-riddagshausen gespendet werden.

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