Längere Trockenperioden und sinkende Zuflüsse erschweren die Versorgung des historischen Systems
Seitrund 700 Jahren prägen die Riddagshäuser Teiche das Landschaftsbild im Osten Braunschweigs. Einst von Zisterziensermönchen zur Fischzucht angelegt, erfüllen sie heute gleich mehrere Funktionen. Sie sind beliebtes Naherholungsziel, Naturschutzgebiet und EU-Vogelschutzgebiet und noch immer Fischereistandort. Doch längere Trockenperioden und sinkende Wasserzuflüsse setzen die historische Teichlandschaft zunehmend unter Druck. Ohne zusätzliche Maßnahmen wird der Klimawandel die Probleme in den kommenden Jahren weiter verschärfen.

Lösungen für die Zukunft
Um Lösungen für die Zukunft zu entwickeln, hat die Richard Borek Stiftung die HGN Beratungsgesellschaft mit einem umfassenden Wasserwirtschaftskonzept beauftragt. Ziel ist der Erhalt der gesamten Teichlandschaft vor dem Hintergrund der klimatischen Veränderungen. Gemeinsam mit Fischereibetrieb, Stadtverwaltung, Naturschutz- und Wasserbehörden sowie weiteren Beteiligten werden derzeit Schwachstellen analysiert und Maßnahmen erarbeitet. Das geplante Konzept soll Wege aufzeigen, wie die Wasserversorgung der Teiche langfristig gesichert werden kann.
Bereits im vergangenen Jahrzehnt wurde die ausreichende Versorgung der Teiche mit Wasser zunehmend schwieriger. Nach Einschätzung des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) werden langanhaltende Trockenperioden künftig häufiger auftreten. Die Wasserversorgung der Teiche muss daher an veränderte klimatische Bedingungen angepasst werden.

Verschlammung ist ein Problem
Im Mittelpunkt der Untersuchungen stehen die Zuflüsse aus der Wabe sowie aus dem Schapener und Weddeler Graben. An mehreren Stellen wurden erhebliche Defizite festgestellt. Ein zentrales Problem ist die zunehmende Verschlammung der Wabe. Besonders zwischen dem Schöppenstedter Turm und dem ehemaligen Klostergelände haben sich teils bis zu 40 Zentimeter mächtige Sedimentschichten gebildet. Dadurch verändert sich die Wasserführung und ein Teil des Wassers fließt früher als vorgesehen in die Mittelriede ab. Auch umgestürzte Bäume und unkontrolliert eingebrachtes Totholz verlangsamen die Strömung zusätzlich.
Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Spitzen Teich. Dort haben Wildschweine die südwestliche Böschung beschädigt. Wasser tritt seitdem kontinuierlich aus und fließt in Richtung Mittelriede ab. Nach Einschätzung der Beteiligten könnten durch eine Reparatur der Böschung erhebliche Wasserverluste vermieden werden. Der Teich selbst wird derzeit nicht mehr fischereiwirtschaftlich genutzt. Eine Gewässerräumung wäre erforderlich. Ein ins Gewässer gestürzter Baum verhindert notwendige Räumungsarbeiten. Zusätzlich erschweren Fischotter und Kormorane eine wirtschaftliche Nutzung.


Viele Stauwehre beschädigt
Viele wasserbauliche Anlagen stammen aus den 1950er Jahren oder sind noch älter. Mehrere Wehre, Gräben und Rohrleitungen weisen Sanierungsbedarf auf. Besonders die sogenannte „Schleuse“ am Schapener Graben gilt als wichtiger Engpass. Über sie wird Wasser gezielt in das Teichsystem geleitet. Obwohl einzelne Stautafeln bereits erneuert wurden, sehen Fachleute weiteren Sanierungsbedarf.

Ein weiteres Problem ist die fortschreitende Verlandung vieler Teiche. Röhrichte, Weiden und Erlen breiten sich insbesondere an den Ufern von Kreuzteich, Mittelteich und weiteren Gewässern aus. Eine regelmäßige Unterhaltung in diesem und anderen Uferbereichen wäre wünschenswert, um einer Verlandung langfristig entgegenzuwirken. Ohne regelmäßige Pflege droht langfristig ein Verlust von Wasserflächen. Der Fischereibetrieb setzt deshalb auf die traditionelle „Winterung“ der Teiche. Dabei werden die Gewässer zeitweise abgelassen, damit Sauerstoff an den Gewässerboden gelangt und organische Ablagerungen abgebaut werden können.








