Was wird aus dem Kloster „Zur Ehre Gottes“?

Das Kloster „Zur Ehre Gottes“ zu Beginn der Sicherungsmaßnahmen (2008). Foto: SBK/Andreas Greiner Napp

Die Stiftung Braun­schwei­gi­scher Kultur­be­sitz sucht nach einer Nachnut­zung der denkmal­ge­schützten Gebäude.

Die Stiftung Braun­schwei­gi­scher Kultur­be­sitz (SBK) ist Eigen­tü­merin des Klosters „Zur Ehre Gottes“ und hat in den vergan­genen Jahren erheb­liche Mittel in die Bausi­che­rung inves­tiert. Abgeschlossen ist die Sanierung des Gebäu­de­en­sem­bles bis heute nicht, denn sie soll sich nach einer noch zu konkre­ti­sie­renden Nachnut­zung richten. Die SBK eruiert aktuell, welche Möglich­keiten es gibt. Weitere Nutzungs­über­le­gungen waren nach erfolgtem Bauerhalt zurück­ge­stellt worden.

Aktuelle Ansicht mit grauem Schutz­an­strich. Foto: SBK/Tilda Schneider

Umzug 1791 in ein Hofbe­am­ten­haus

Das Kloster „Zur Ehre Gottes“ wurde im Jahr 1701 von Herzog Anton Ulrich und seiner Frau Elisabeth Juliane in Salzdahlum gegründet. 1791 zog das Kloster nach Wolfen­büttel in das ehemalige Hofbe­am­ten­haus in der Kloster­straße 2. Das Gebäude des Klosters „Zur Ehre Gottes“ diente den Konven­tu­alinnen als evange­li­sches Damen­stift. Es sollte der frommen Besinnung der Fürst­lich­keiten ebenso dienen wie sozialen Zwecken. Die ersten Konven­tu­alinnen wählte der Herzog aus den Witwen und Angehö­rigen der Hofbe­amten persön­lich aus. Zurzeit stehen die Gebäude leer. Das Ensemble steht unter Denkmal­schutz.

Hausschwamm und Setzungen bedrohten den Bestand des gesamten Bauwerks. Vor allem der Südflügel war gefährdet. Mit einem Ende der Setzungen und Verfor­mungen konnte ohne bauliche Eingriffe nicht gerechnet werden. Siche­rungs- und Konser­vie­rungs­ar­beiten sind in Hinblick auf eine zukünf­tige Gesamt­nut­zung des Ensembles vorge­nommen worden. Nach den Befunden der barocken Leitschicht erhielt die Fassade des Südflü­gels einen grauen Schutz­an­strich. Dieser Schutz­an­strich hat einen eindeutig provi­so­ri­schen Charakter. Die vorhan­dene Oberfläche wurde lediglich gereinigt und lose Teile entfernt.

Die Hofsi­tua­tion des Klosters. Foto: SBK/Andreas Greiner-Napp.

Wichtigste Bauphase durch Hermann Korb

Der älteste Gebäu­de­teil des Ensembles Klosterstr. 2 wurde 1592 erbaut. Ab 1703 erfolgten der Anbau des barocken Ostflü­gels, des Westflü­gels und der Bau der Wagen­re­mise im Norden. Die Phase zu Beginn des 18. Jahrhun­derts ist somit die Haupt­bau­phase des Ensembles. „Entschei­dend ist eine sicher­lich nach Entwurf Hermann Korbs durch­ge­führte Baumaß­nahme, die um 1727 für den Geheimrat Hiero­nymus von Münch­hausen durch­ge­führt wurde“, urteilt Bauhis­to­riker Elmar Arnhold.

„Sie betrifft haupt­säch­lich den Seiten­flügel Kloster­straße 2, der zum Saalbau umgestaltet wurde. Der Kern dieses zweige­schos­sigen Flügel­baus ist bereits zwei Jahrzehnte vorher entstanden, im nur halb einge­tieften Keller befindet sich eine mit 1706 datierte Kamin­an­lage. Die Hoffront des Seiten­ge­bäudes zeigt ein noch als Frühba­rock zu bezeich­nendes Fachwerk­ge­füge mit leichten Auskra­gungen“, führt Arnhold, der mehrfach über Korbs Wirken veröf­fent­lichte, weiter aus.

Baumeister prägte Herzogtum über 40 Jahre

Der barocke Festsaal während einer Veran­stal­tung.

Der Baumeister des Barocks Korb arbeitete vor allem für die Herzöge des Fürstentum Braun­schweig-Wolfen­büttel. Er prägte 40 Jahre lang die Bautä­tig­keit im Herzogtum Braun­schweig-Wolfen­büttel und zählt zu den heraus­ra­genden deutschen Archi­tekten seiner Zeit. Zu seinen noch heute erhal­tenen Bauwerken zählen die großen Umbauten der Schlösser Wolfen­büttel und Blanken­burg sowie das Haus zu den Sieben Türmen am Braun­schweiger Kohlmarkt. Nicht mehr erhalten sind zum Beispiel das 1813 abgeris­sene Schloss Salzdahlum, das 1864 abgeris­sene Opernhaus am Braun­schweiger Hagen­markt und die in der Bomben­nacht vom 15. Oktober 1944 zerstörte Nicolai­kirche.

Beson­deres Merkmal des Klosters „Zur Ehre Gottes“ ist der barocke Festsaal und die aus dem Schloss Salzdahlum stammende Goldle­der­ta­pete, die gesondert fachge­recht gelagert wird.

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